017_Siegel_Wallraf

Kollaborative Online-Publikation Ferdinand Franz Wallraf (1748-1824) – Eine Spurensuche in Köln

Wallraf digital nützt die Möglichkeiten des digitalen Mediums, um wissenschaftliche Inhalte einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Als erste digitale Bestandsaufnahme werden mehr als 50 studentische Beiträge zu Wallrafs Leben und Wirken in Köln um 1800 publiziert. Ergänzt wird die Publikation mit Videos, einer digitalen Zeitleiste sowie Digitalisaten und Transkriptionen originaler Handschriften.

Letzter Wille mit großer Wirkung – Die Testamente Ferdinand Franz Wallrafs (1748–1824)

Aktuell veröffentlicht (16.5.2018): Das Konzept der Publikation zeichnet sich aus durch die Kombination wissenschaftlicher Beiträge mit umfangreichem digitalen Quellenmaterial. Es erprobt damit neue digitale Publikations- und Präsentationsformen. Die Autoren der wissenschaftlichen Texte sind Elisabeth Schläwe und Sebastian Schlinkheider.

Masterarbeiten zu Ferdinand Franz Wallraf, online publiziert auf dem Kölner UniversitätsPublikationsServer (KUPS):

Aus der bisherigen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Ferdinand Franz Wallraf sind vier sehr gute Masterarbeiten hervorgegangen. Diese Qualifikationsarbeiten vertiefen einzelne Aspekte rund um Wallraf bzw. Wallrafs Köln und ergänzen damit die kollaborative Online-Publikation im Rahmen von Wallraf digital. Links zu den Arbeiten sowie Abstracts und Informationen zu den AutorInnen finden Sie nachstehend auf dieser Seite.

Nebelung Link

Ferdinand Franz Wallraf und sein Kreis
Alexandra Nebelung

Link zur Arbeit

Abstract: Mit dieser Arbeit wurde dem Schülernetzwerk Ferdinand Franz Wallrafs nachgespürt, das ihn laut seiner Biographen zu einem wegweisenden Förderer eines kleinen Kreises europäischer Künstler machte: Joseph Hoffmann, Franz Christian Gau, Jakob Ignaz Hittorff, Karl Joseph Begas und Peter von Cornelius. Die Arbeit stellt zum einen die Frage nach der Existenz dieses Netzwerks und untersucht im weiteren die Position und den Einfluss Wallrafs. Dafür wird der Werdegang der einzelnen Künstler verfolgt, sowie der Kontakt, den sie zu Wallraf zu seinen Lebzeiten hatten. Quellengrundlage hierfür ist die umfangreiche Korrespondenz Wallrafs im Historischen Archiv der Stadt Köln und einige gedruckte Briefwechsel.

Die Untersuchung zeichnet ein aktives Künstlernetzwerk, das sich zwischen Paris, Köln, Berlin und Rom bewegte und die Möglichkeiten der neuen Zeit auslotete. Wallrafs Position darf nicht überschätzt werden, doch zeigt sich, dass er seinen ehemaligen Schülern ein aufgeschlossener und interessierter Begleiter war, auch nachdem sie Köln verlassen hatten.

Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Intellektuellenforschung des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts und beleuchtet einen kleinen Kreis von Künstlern ausgehend von ihrem Bezug zu Wallraf und Köln. Die thematische Fülle und der sich schnell vergrößernde Kreis der einzuschließenden Zeitgenossen zeigen, dass es hier noch einiges mehr zu erforschen gäbe.

Zur Autorin: Alexandra Nebelung, geboren 1989 in Köln, studierte von 2008 bis 2017 Englisch und Geschichte an der Universität zu Köln. Ihre Forschungsinteressen sind die Sattelzeit und die Intellektuellenforschung, die amerikanische Moderne und die Geschichtspolitik Deutschlands im 20. Jahrhundert. Während ihres Studiums war sie wissenschaftliche Hilfskraft, nach Abschluss ihres Masterstudiums wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Gudrun Gersmann.

Empfohlene Zitierweise: Alexandra Nebelung, Ferdinand Franz Wallraf und sein Kreis, Köln 2018, URN: urn:nbn:de:hbz:38-80948.

Paulus Link

Das Ende der alten Kölner Universität im Spiegel ausgewählter zeitgenössischer Quellen
Moritz Paulus

Link zur Arbeit

Abstract: Die vorliegende Masterarbeit spürt der Frage nach, inwiefern sich in zeitgenössischen Quellen Reaktionen auf die durch französische Behörden angeordnete Schließung der alten Kölner Universität im Jahre 1798 finden lassen. Hierfür wurden für einen Zeitraum von etwa 24 Jahren (1794-1818) verschiedene Quellen(-arten) ausgewählt und ausgewertet. Da die alte Kölner Universität im genannten Zeitraum jedoch komplexe Entwicklungen durchlief, werden nicht einfach Quellenauswertungen vorgetragen, sondern die Geschichte der alten Kölner Universität wird zum besseren Leseverständnis rekonstruiert und Erkenntnisse aus Quellenanalysen an passenden Stellen eingebunden. Innerhalb jenes Vorgehens werden konkret die Fragen beantwortet, ob es für das Universitätsende eine (inter-)nationale Medienaufmerksamkeit gegeben hat und ob sich vom Kölner Standpunkt aus Reaktionen auf und/oder Bewertungen desselben finden lassen.

Als wichtige Erkenntnis des Forschungsvorhabens hat sich zunächst gezeigt, dass es angemessen erscheint, das Ende der alten Kölner Universität nicht als Zeitpunkt, sondern als Prozess zu begreifen, der sich über verschiedene Stationen vollzieht. Entsprechend galt es, an verschiedenen Stellen die zugänglichen Quellen zur Beantwortung der beiden formulierten Fragestellungen zu prüfen. Mit Blick auf die Medienaufmerksamkeit konnte festgestellt werden, dass in puncto Universitätsende eher ein Trend zur medialen Nicht-Berichterstattung zu erkennen ist. Zur Bewertung des Endes der alten Kölner Universität durch die Kölner lässt sich feststellen, dass die Bewohner der Domstadt, wie beispielsweise Ferdinand Franz Wallraf, jenes im Verlauf des Betrachtungszeitraums in zunehmendem Maße als Verlust empfunden zu haben scheinen.

Eine Leseempfehlung kann aufgrund der getroffenen Maßnahmen in Bezug auf das Leseverständnis nicht nur an das universitäre Fachpublikum, sondern auch an interessierte Laien ausgesprochen werden. Abseits des Feldes der Kölner Universitätsgeschichte berührt die Arbeit Stadt-, Regional- sowie Mediengeschichte und besitzt methodischen Bezug zu Spiegelstudien, weshalb sie auch für in diesen Bereichen Interessierte eine lohnende Lektüre sein könnte.

Zum Autor: Moritz Paulus, geboren 1990 in Köln, studierte von 2012 bis 2017 Lehramt für Geschichte und Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln. Seit Mai 2017 ist er im Referendariat tätig.

Empfohlene Zitierweise: Moritz Paulus: Das Ende der alten Kölner Universität im Spiegel ausgewählter zeitgenössischer Quellen, Köln 2018, URN: urn:nbn:de:hbz:38-81001.

Skowronek Link

Ferdinand Franz Wallraf als Stadtreformer – Strategien und Konflikte
Vanessa Skowronek

Link zur Arbeit

Abstract: Der Wallrafplatz im Herzen der Kölner Altstadt ist nach dem Kölner Ferdinand Franz Wallraf benannt, dem Sammler, Geistlichen, Rektor und Botaniker der Sattelzeit in Köln. Wallraf ist nicht nur als Namensgeber des Platzes im Kölner Straßennamenkorpus präsent, er selbst hatte einen großen Anteil an der Neubenennung der Kölner Straßen im Jahr 1812.

Wallrafs Straßenumbenennung unter französischer Besatzung wurde sowohl von Zeitgenossen als auch in der Forschung bisher überwiegend kritisch beurteilt. Die Masterarbeit stellt das Projekt der Umbenennung in den Kontext der Wallrafschen Bemühungen um eine Stadtreform. Dabei wird herausgestellt, dass es sich bei den Neubenennungen keineswegs um eine willkürliche Änderung einzelner Straßennamen handelte. Vielmehr folgte Wallraf einem ganz strukturierten Konzept. Er hatte explizite Gründe für Neubenennungen und blieb diesem Muster in allen Umbenennungen treu. Dies zeigt die Analyse der Straßennamen, die durch die Zuteilung der einzelnen Namen in verschiedene Kategorien erfolgt.

Zur Autorin: Vanessa Skowronek, geboren 1990 in Dormagen, studierte von 2010 bis 2017 Geschichte sowie Deutsche Sprache und Literatur an der Universität zu Köln. Die Masterarbeit entstand im Rahmen ihrer Beschäftigung als wissenschaftliche Hilfskraft im Team Wallraf digital am Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit.

Empfohlene Zitierweise: Vanessa Skowronek: Ferdinand Franz Wallraf als Stadtreformer – Strategien und Konflikte, Köln 2018,                                 URN: urn:nbn:de:hbz:38-81072.

Valentini Link

„Befreites Kulturerbe“? Köln und der Kunstraub während der französischen Besatzung 1794-1815
Laura Valentini

Link zur Arbeit

Abstract: Bei der vorliegenden Masterarbeit von Laura Valentini handelt es sich um eine Fallstudie im Kontext des französischen Kunst- und Kulturgutraubes um 1800. Anknüpfend an den von Bénédicte Savoy geführten Terminus des „befreiten Kulturerbes“, nimmt die Arbeit exemplarisch die kulturelle Bedeutung der Rückgewinnung und inszenierten Rückführung eines durch die französischen Besatzer konfiszierten Kunstwerkes in den Fokus. Zum wahrhaftigen „Tag des Triumphes“ deklarierte die Kölnische Zeitung den 18. Oktober des Jahres 1815, an dem die Stadt Köln die Rückführung des Gemäldes Kreuzigung Petri von Peter Paul Rubens im Rahmen des „Rettungstags der deutschen Freiheit“ zelebrierte. Das Altarbild – von Peter Paul Rubens einst im Auftrag einer Kölner Familie für die katholische Pfarrkirche St. Peter gemalt – war 1794 in den Pariser Louvre verschleppt worden und konnte erst nach rund zwanzigjähriger Abwesenheit mit dem Ende des napoleonischen Kaiserreiches nach Köln zurückgebracht werden.

Die Entstehungsgeschichte und Bedeutung des Objektes, wie auch eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Geschehnissen um Raub und Rückgewinnung bilden die Grundlage zur analytischen Auseinandersetzung mit der Gestaltung des Festakts zum 18. Oktober 1815. Vor dem Hintergrund (früh-)neuzeitlicher Fest- und Ritualforschung fragt die Arbeit nach der Bedeutung der inszenierten Politisierung des Gemäldes und dessen spezifischen Ausdrucks im Rahmen eines öffentlichen Festes mit einer aufwendig inszenierten Prozession. In der Analyse des Festablaufes, symbolischer Botschaften und Intentionen der involvierten Akteure gelingt der Autorin die Zusammenführung eines breiten thematischen Spektrums, das von der seit den späten 1790er Jahren zunehmenden Restitutionsdebatte um das von den Franzosen geraubten Kunst- und Kulturgut über Fragen nach „deutscher Identität“ und eines zu schützenden „nationalen Kulturerbes“ bis hin zum strukturellen Wandel der Stadt Köln an der Schwelle von französischer zu preußischer Herrschaft reicht. 

Zur Autorin: Laura Valentini wurde 1991 in Saarbrücken geboren und hat von 2010 bis 2017 in Köln Geschichte und Kunstgeschichte studiert. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehörten u.a. interdisziplinäre Geschichtsvermittlung, Visual History und eine epochenübergreifende Auseinandersetzung mit dem Phänomen Kunstraub. Studienbegleitend war sie mehrere Jahre als Studentische Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Hans-Peter Ullmann am Historischen Institut der Universität zu Köln tätig. Die Idee zur Masterarbeit entstand im Rahmen eines interdisziplinären Hauptseminars der Fächer Geschichte und Kunstgeschichte zu Ferdinand Franz Wallraf.

Empfohlene Zitierweise: Laura Valentini: „Befreites Kulturerbe“? Köln und der Kunstraub während der französischen Besatzung 1794-1815, Köln 2018, URN: urn:nbn:de:hbz:38-81082.